Kein Billardspiel ohne Billardkugeln: Die kleinen kugeligen Hilfsmittel sind für eine gelungene Partie ebenso wenig wegzudenken wie der Queue oder der Tisch. Und genau wie bei diesem gilt auch bei ihnen: Je höher die Qualität und je pfleglicher du mit ihnen umgehst, desto mehr Spaß bereiten sie dir auf lange Sicht. Welche Aspekte dafür eine Rolle spielen, erfährst du hier.

Welche Qualitätsunterschiede gibt es bei Billard-Kugeln?

Billard-Kugeln unterschieden sich sowohl im Material als auch in ihrer Größe, dem Gewicht, ihren Rolleigenschaften sowie ihrer Haltbarkeit sehr weitgehend voneinander.
Qualitativ hochwertige Kugeln sind sehr ausgewogen, befinden sich also exakt im Gleichgewicht und nutzen sich nicht allzu schnell ab. Darüber hinaus sollte der Rückprall stimmen und die Kugeln dürfen äußeren Einflüssen nicht allzu ausgeliefert sein. In diesem Rahmen spielen vor allem der Schutz vor dem Verstauben und einem möglichen Flüssigkeitsbefall (insbesondere in Kneipen durch Getränke) eine sehr wichtige Rolle.

Hinzu kommen weitere Aspekte wie der Lack (je hochwertiger, desto besser die Kugel), die Aufmalung der Nummern (bessere Kugeln werden nicht bemalt, sondern bekommen die Nummern per Laser eingebrannt) und die Frage, ob die Kugeln auch bei Turnieren gespielt werden dürfen.

Billard Zubehör


Aus welchem Material ist eine Billardkugel?

Zu Beginn des Billard-Zeitalters bestanden die Kugeln ausschließlich aus Elfenbein. Das hatte damals natürlich den Charme des Luxus-Artikels, war allerdings auch mit einigen Nachteilen verbunden: Elfenbeinkugeln waren nicht nur teuer und auf tierischer Seite mit hohem Leid verbunden – sie nutzten sich auch schnell ab und mussten daher regelmäßig nachgeschliffen werden, was den Umfang und Durchmesser ungleichmäßig veränderte. Darüber hinaus war ihr Rollverhalten aufgrund der unterschiedlichen Dichte innerhalb des Materials nicht wirklich planbar.

So überrascht es nicht, dass eine bessere Lösung gefunden werden musste. Das gelang John Wesley Hyatt 1869 durch die Erfindung einer Zelluloid-Kugel, mit der er gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlug: Erstens waren diese Kugeln schon deutlich besser – und zweitens verdiente er sich damit die 10.000 $ Preisgeld, die Michael Phelan 1863 für eine entsprechende Tätigkeit ausgeschrieben hatte. Obwohl es sich bei diesem Zwischenschritt schon um eine wichtige Etappe bis zur heutigen Billard-Kugel handelte, hat die Entwicklung noch einige Sprünge gemacht. Inzwischen bestehen wirklich gute Billard-Kugeln, die auch für Profi-Turniere genutzt werden, aus hochreinem Phenolharz. Was sie so besonders macht, erfährst du noch später im Artikel, im Schlussteil.


Was sind die Standardgrößen bei Billardkugeln?

Abhängig von der Billard-Variante unterschieden sich die Größen der Kugeln:

  • So beträgt der Durchmesser bei offiziellen Turnier-Pool-Kugeln 57,22 Millimeter (bei einem Gewicht von 170 Gramm pro Kugel).
  • Die Snooker-Kugeln sind mit einem Durchmesser von 52,5 Millimetern und 130 bis 150 Gramm Gewicht etwas kleiner. Wichtig bei der doch recht großen möglichen Gewichtsabweichung: Die Kugeln innerhalb eines Spielsets dürfen gewichtsmäßig nur um bis zu drei Gramm voneinander abweichen.
  • Carambolage-Kugeln: Sie gehören mit 61,5 Millimetern Durchmesser und einem Gewicht von 205 bis 220 Gramm zu den größten Kugeln aller Billard-Spiele.
  • Russisches Billard (Pyramide) hat dann tatsächlich die größten und schwersten Billard-Kugeln überhaupt: 68 Millimeter Durchmesser und ein Gewicht von etwa 204 Gramm – und dazu nur minimal größere Taschen … so erweist sich das Einlochen als recht knifflige Angelegenheit.

Apropos Einlochen – ähnlich wie bei den Kugeln gibt es auch bei den Billardtisch-Taschen, genaugenommen bei den Löchern, gewisse Unterschiede:

Beim Snooker kommen drei verschiedene Größen infrage:

Match Cut (Profis)Domestic CutClub Cut („Kneipenvariante“)
85,7 mm +/- 1,2 mm88,9 mm +/- 1,2 mm92,1 mm +/- 1,2 mm

Aber auch beim Pool können die Lochgrößen etwas variieren; so kalkuliert man 110 bis 120 Millimeter für die Mittel- und 105 bis 115 Millimeter für die Ecktaschen. Carambolage hingegen wird komplett ohne Taschen gespielt, wodurch selbstverständlich auch die Löcher entfallen.


Aus wie vielen Billardkugeln besteht ein kompletter Satz?

Genau wie bei der Größe und dem Gewicht hängen auch die Farbwahl und die Anzahl der Billard-Kugeln pro Satz von der Spielvariante ab. Zur besseren Unterscheidung daher hier ein kurzer Überblick:

Poolbillard

Poolbillard Kugeln

Grundsätzlich spielst du Pool mit 16 Kugeln*: Einer weißen und 15 unterschiedlich eingefärbten Kugeln, die eingelocht werden müssen. Kugeln mit den Zahlen 1 bis 8 sind die „Vollen“ und Kugeln von 9 bis 15 „Halbe“, also nur halb eingefärbte Kugeln. Jede Kugel hat eine ganz spezielle Farbe, die bei TV-Spielen leicht abweichen kann. Dazu aber später mehr, hier zunächst die Standardvarianten:

1 und 92 und 103 und 114 und 125 und 136 und 147 und 158
gelbblaurotviolettorangegrünweinrotschwarz

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Snooker

Snooker Kugeln
© nhumnoi – Fotolia.com #188116105

Im Gegensatz zu Pool findest du beim Snooker einen weißen Spielball und 21 Objektbälle* vor. Diese tragen sieben verschiedene Farben, die mit unterschiedlichen Punktwerten versehen sind. Insgesamt gibt es 15 rote Kugeln à jeweils einem Punkt, die sechs anderen gelten als die „farbigen“ Kugeln, die wie folgt bewertet werden:

gelbgrünbraunblaupinkschwarz
2 Punkte3 Punkte4 Punkte5 Punkte6 Punkte7 Punkte

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Snooker Basics Ballphysik mit Thomas Hein

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Carambolage

Carambolage Kugeln
#194119452 | © Dziurek – Fotolia.com

Im Vergleich zu Pool und Snooker ist das Carambolage-Kugel-Set* recht übersichtlich: Die meisten Disziplinen enthalten nur drei Spielbälle (weiß und gelb, jeweils mit roten Punkten, für die unterschiedlichen Teams) sowie einen roten Objektball. Bei einer abgewandelten Variante kann auch noch eine weitere Kugel in Blau dazukommen.

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Russisches Billard (Pyramide)

Russisches Billard Kugeln Pyramide
© lizaelesina – Fotolia.com #214114161

Die größten Kugeln der Billard-Reihe triffst du beim russischen Billard* an. Gleichzeitig ist hier auch die Farbauswahl mit am geringsten: Ein roter Anstoßball und 15 durchgezählte Objektbälle, wobei nach dem Anstoß alle Kugeln als Stoß- und Objektbälle genutzt werden können, fertig.

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Wie reinigt man vergilbte oder verschmutze Billard-Kugeln?

Über mittel- bis langfristige Sicht sind die Kugeln beim Billard diversen äußeren Einflüssen ausgesetzt, welche für einen schlechteren Ballkontakt sorgen. Schweiß und Fett an den Händen und Fett und Farbstoffe aus der Kreide versuchen einen „Boutage“ genannten Film, der wieder herunter muss. Um dies zu gewährleisten, kannst du die Kugeln in einem Waschbecken mit lauwarmem Wasser und ein bisschen Spülmitteln vorreinigen.

Sofern du bei der Spülmaschine auf Kombitabs zurückgreifst, überleben sie auch einen Ausflug in die Spülmaschine. Aber nur, wenn du wirklich auf Klarspüler und Salz verzichtest! Danach trocknest du sie mit einem Geschirrtuch ab und polierst die mit einem Mikrofasertuch sowie einer Aramith-Ballpolitur* auf. Und schon sind deine Kugeln wieder einsatzbereit.

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1_Ferdis Kugel Glanz Video 1 Kugel-Erneuerung

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Warum gibt es im Fernsehen andere Billardkugeln?

„Damit du vor dem Fernseher die Kugeln besser unterscheiden und bei der weißen Kugel den Drall besser verfolgen kannst“, würde der Wolf aus dem Märchen Rotkäppchen wohl zusammengefasst sagen. In der Tat unterscheiden sich die für TV-Aufzeichnungen genutzte Kugeln von den anderen nur durch einige optische Unterschiede – nicht aber durch Abweichungen in Größe oder Gewicht. Und auch das Material ist und bleibt Super Aramith Pro.

Womit wir schon bei den Differenzen angekommen sind:

Größere Nummern erleichtern das Identifizieren der Zahl im Fernsehen, Kugel 4 und 12 sind leicht pink statt Violett und die 7 und 15 hellbraun statt Weinrot. Somit können sie durch einen größeren Farbkontrast vor dem Fernseher besser auseinandergehalten werden. Die weiße Kugel bekommt zusätzlich rote Punkte, wodurch die Rotation und der Stoßverlauf verdeutlicht werden können. Und damit hat es sich dann auch schon.


Welche Billard-Kugeln zählen zu den besten?

Wie schon in der Materialbeschreibung angedeutet, bestehen wirklich gute Billard-Kugeln inzwischen aus Phenolharz. Sie werden auch Aramith-Kugeln (Aramith ist ein spezielles Material der belgischen Marke Saluc) genannt und verfügen über eine hohe Langlebigkeit, Widerstandsfähigkeit und vor allem hervorragende Rolleigenschaften.

Darüber hinaus sind sie gleichermaßen elastisch wie hart und sind extrem verschleißbeständig. Der letzte Aspekt basiert vor allem auf dem sehr feinkörnigen Harz in der Politur und lässt die Kugel im Vergleich zu Polyester- oder Polymeren-Kugeln etwa fünf Mal so lange halten. Dadurch sind bis zu 15 Jahre nahezu unbeschadete Lebensdauer keinerlei Problem.

Aber nicht nur die Profis können mit Aramith-Kugeln spielen: Auch für den Einsteigerbereich gibt es inzwischen hervorragend geeignete Kugeln dieser Marke. Von daher sind entsprechende Billard-Kugeln ein Luxus, den du dir für Spaß am Spiel unbedingt leisten solltest und der sich unter dem Strich sicherlich bezahlt macht.

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