Du willst Billard spielen und dabei natürlich alles richtig machen? Gar nicht so einfach, denn die Welt der Billard Regeln ist groß und abwechslungsreich. Wenn du aber weißt, in welchem Spieltyp du dich befindest, ist es von der Logik her gleich nur noch halb so schwer. Falls du nun wissen möchtest, was dich in etwa erwartet, probier’s doch einfach einmal mit dem folgenden Überblick!

Wie gehen die Pool Billard Spielregeln?

Das Pool-Billard verfügt über die unterschiedlichsten Varianten, wozu unter anderem. 10 Ball, 3 Ball, Artistic Pool, Bank Pool, One Pocket, Rotation, Cutthroat oder Trillard gehören.

Besonders bekannt sind aber vor allem das 8- und das 9-Ball-Spiel sowie die 14/1-Variante, weshalb ich dir diese drei Spiele etwas näher vorstellen möchte:

8-Ball-Spiel Regeln

  • Beim Pool sind die Billard Regeln für das 8-Ball-Spiel die bekanntesten: Hier müssen jeweils eine „halbe“ und eine „volle“ Kugel in den hinteren Ecken liegen und die Mitte von der schwarzen Acht besetzt werden.
  • Anschließend spielst du mit deinem Gegner aus, wer die vollen (1 – 7) und wer die halben Kugeln (9 – 15) hat. Dabei sagt ihr an, welche Kugel, in welchem Loch platziert werden soll; das Gleiche trifft auch auf die Acht am Ende zu. Darüber hinaus habt ihr nach dem Anstoß noch die freie Auswahl, wer auf halbe und wer auf die ganzen Kugeln spielt.

The Rules of 8 Ball Pool (Eight Ball Pool) – EXPLAINED!

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9-Ball-Spiel Regeln

  • Etwas anders im Vergleich dazu ist das 9-Ball, da hier nur die Kugeln eins bis neun auf dem Tisch liegen und von beiden Personen eingelocht werden.
  • Der Aufbau findet in Rhombus-Form statt, sodass vorne die Eins und hinten die Neun liegt.
  • Gespielt wird immer auf den niedrigsten Zahlenwert auf dem Tisch, wenngleich es nichts macht, wenn mittendrin eine andere Kugel in eine Tasche fällt.
  • Insgesamt gilt: Wer als Erster die Neun einlocht, gewinnt – wer dreimal hintereinander foult, verliert.

9 Ball – komplett gelocht – MIT Erklärung & Analyse Pool Billard Training | BillardMaster

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14/1 Regeln

Das 14/1 (endlos) ist eine der ältesten Billard-Spielarten und folgt einem ganz simplen Prinzip:

  • Alle Kugeln zählen jeweils einen Punkt und brauchen nicht in einer bestimmten Reihenfolge gespielt zu werden.
  • Wer als erster die festgelegte Punktzahl (wie 75 oder 100) erreicht hat, ist der Gewinner. Dafür muss jeder Stoß angesagt werden. Fouls sorgen für einen Punkt Abzug, drei Fouls direkt nacheinander sogar für 15 Minuspunkte.
  • Und wie du auf die 100 Punkte kommst, falls sich lediglich eine Kugel auf dem Tisch befindet? Ganz einfach: Du baust alle anderen Kugeln wieder als Dreieck auf – nur eben ohne Kopf. Die aus dem letzten Spielzug noch Verbliebene und die Weiße bleiben liegen. Und schon kann es weitergehen.

Apropos weitergehen: Billard wird natürlich nicht nur in der Pool-Variante und nach den hochoffiziellen Regeln gespielt. Im Folgenden präsentiere ich dir deshalb nun einige Abwandlungen oder ganz andere Optionen.


Welche Kneipenregeln gibt es häufig beim Billard?

Die meisten Billard-Kneipenregeln sind dadurch zustande gekommen, dass die Spieler die offiziellen Regeln nicht kannten – frei nach dem Motto „Wir spielen jetzt eben so, wie es am besten passt“. Oder, weil du das Spiel an Billard-Automaten in Kneipen damit etwas strecken kannst. Da beispielsweise falsch eingelochte Kugeln nicht einfach aus der Tasche genommen werden können, wie es beim ›richtigen‹ Billard ohne Weiteres der Fall ist.

Aber egal, wie du es drehst und wendest: In der Regel machen Kneipenregeln (hier für das Pool-Billard) das Spiel aufwendiger und länger. Von daher lohnt es sich, sie einmal zum Spaß auszuprobieren. Auf die Dauer ist das Spielvergnügen mit den offiziellen Varianten jedoch tendenziell größer.

Hier daher jetzt sieben der am häufigsten Billard Regeln für Kneipenspiele:

  • Regel 1: Das Spiel auf die Acht bezieht sich auf eine ganz spezielle Tasche. Egal, wie lange es dadurch dauert.
    (Im Vergleich dazu darf bei der offiziellen Regel die Tasche für die Acht bei jedem Stoß neu ausgewählt und angesagt werden.)
  • Regel 2: Die weiße Kugel darf nach einem Foul nur im Kopffeld gelegt werden und muss eine Kugel auf oder jenseits der Kopflinie anspielen.
    (An dieser Stelle besagt die offizielle Regel, dass die weiße Kugel an beliebiger Stelle auf dem Tisch platziert und eine beliebige Kugel angespielt werden darf.)
  • Regel 3: Du musst nicht ankündigen, welche Kugel du in welche Tasche spielen willst.
    (Laut der offiziellen Regel musst du jede Kugel klar ankündigen, Zufallstreffer zählen nicht.)
  • Regel 4: Die erste versenkte Kugel steht für die Zuordnung der Farbgruppen „halb“ oder „voll“.
    (Innerhalb der offiziellen Regeln hast du nach dem Eröffnungsstoß eine insofern größere Wahlmöglichkeit, als erst die erste korrekt versenkte Kugel zählt.)
  • Regel 5: Liegt die weiße Kugel direkt an der Bande, darf sie etwas davon weggerückt werden.
    (Bei den offiziellen Regeln gibt es kein Recht darauf, die weiße Kugel zu verrücken, sie muss also an der Bande liegenbleiben.)
  • Regel 6: Hier gilt es nicht als Foul, falls nach der Berührung von weißer und farbiger Kugel keine Kugel mehr die Bande berührt.
    (Dieser Umstand ist laut offiziellen Regeln ein Foul und wird mit der freien Verlegbarkeit, der weißen Kugel bestraft.)
  • Regel 7: Kein Sicherheitsspiel, dein Gegner kann ohne deinen Fehler nicht zum Zug kommen.
    (Im Sinne der offiziellen Regeln darfst du „Sicherheit“ ansagen, wodurch dein Gegner an der Reihe ist. Was beispielsweise dann taktisch hilfreich ist, wenn die weiße Kugel nach dem Einlochen der letzten Kugel für dich ungünstig liegt.)

Grundsätzlich lassen sich auch die Kneipenregeln abwandeln, es gibt also keinen festen Zwang, ganz genau diese Varianten zu spielen. Diese hier gehören allerdings eindeutig zu den häufiger genutzten ›Alternativvarianten‹ beim Pool-Billard-Spiel.


Wie gehen die Snooker Spielregeln?

Beim Snooker spielst du mit 15 roten Kugeln, die vor dem Start als Dreieck angeordnet sind. Hinzu kommen die weiße Kugel und sechs farbige Bälle, welche unterschiedlich viele Punkte zählen:

gelbgrünbraunblaurosaschwarz
234567
  • Im Laufe des Spiels musst du nun immer zuerst eine rote Kugel einlochen, bevor du dich einer farbigen zuwenden darfst.
  • Die dabei anfallenden Punkte addierst du – und legst versenkte farbige Kugeln solange auf ihre Startpunkte (Spots) zurück, bis keine roten Kugeln mehr auf dem Tisch liegen. Sobald alle Roten weg sind, darfst du eine Farbige deiner Wahl einlochen. Anschließend entscheidet die Höhe des Zahlenwerts der noch verbliebenen bunten Kugeln über die Einlochreihenfolge.
  • Bei einem Foul zieht man dem Spieler, der es begangen hat, im Gegenzug zu vielen anderen Billard-Varianten übrigens keine Punkte ab. Stattdessen schreibt man seinem Gegner mindestens vier zusätzliche Punkte zu. Passierte das Foul bei einer höher als vier bewerteten Kugel, erhält er die Punkte, die dem Kugelwert entsprechen.
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Wie gehen die Carambolage Spielregeln?

Wie beim Poolbillard darfst du dich beim Carambolage zwischen ganz verschiedenen Varianten entscheiden. Recht häufig gespielt werden die „freie Partie“, „Einband“, „Dreiband“ sowie „Cadre“.

Regeln der „freien Partie“

  • Bei der „freien Partie“ gilt es, den roten Spielball und den gegnerischen Ball (gelb oder weiß) mit einem Stoß zu treffen. Dafür steht dir das gesamte Spielfeld abzüglich des Eckfelds zur Verfügung. Es sei denn, beide zu treffenden Kugeln liegen in einem der Eckfelder.

Ein- oder Dreiband Regeln

  • Beim „Ein- oder Dreiband“ gelten quasi die gleichen Regeln, allerdings muss deine Kugel erst ein- oder dreimal – , wie es der Name schon verrät, – die Bande berühren, bevor sie eine Carambolage erreichen darf. Kugeln, die direkt an der Bande liegen, dürfen jedoch nicht direkt an diese gespielt werden. Trifft dieser Umstand auf beide Kugeln zu, baust du die Anfangsstellung auf und spielst dann weiter.

Cadre Regeln

  • Hier wird das Feld in verschiedene Cadre (Flächen) aufgeteilt, die die Sperrzonen anzeigen. Beim Cadre 47/1 und 47/2 findest du neun Felder (6 Quadrate und 3 Rechtecke) vor. Beim Großcadre 71/2 sind es 2 Rechecke und 4 Quadrate.
  • Die in die Felder eingetragenen Zahlen zeigen an, wie weit die Linien der Sperrzonen von der Bande entfernt sind und wie viele Carambolagen du in einem Feld spielen darfst.
  • Beim Cadre mit zwei Stößen musst du darauf achten, dass Carambolagen in ein- und demselben Feld nur dann möglich sind, wenn bei der zweiten Carambolage die gegnerische oder die rote Kugel beim zweiten Stoß aus dem Cadre gekickt werden.

Karambol Billard in Mönchengladbach

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Wie gehen die Spielregeln bei der russischen Pyramide?

Die Regeln der russischen Pyramide richten sich im weitesten Sinne nach denen des Pool-Billards, enthalten aber auch einige Unterschiede. Entstanden ist die russische Pyramide wohl unter dem Zaren Peter dem Großen, der im 18. Jahrhundert in den Niederlanden Billard für sich entdeckte und es nach Russland exportierte. Nach einer langen Verbotsphase während des Kalten Kriegs ist es jetzt wieder groß im Kommen.

  • Gespielt wird mit einem gelben oder roten Spielball und 15, durchnummerierten weißen Objektbällen. Nach dem Anstoß gibt es keinen Unterschied zwischen den Spiel- und Objektbällen mehr, weshalb alle Kugeln gespielt werden dürfen.
  • Derjenige, der zuerst acht weiße Kugeln als Punkte eingelocht hat, ist Sieger des Spiels, wobei Fouls als Minuspunkte gelten und abgezogen werden.

Einmal in Russland: "Wir mögen es hart!" – Russisches Billard

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Was bedeutet im Billard ein Foul?

Ein Foul steht in den Billard Regeln für einen Verstoß gegen eine der Regeln der individuellen Spielart.

Dadurch unterschieden sich die Fouls von Variante zu Variante teilweise recht weitreichend:

  • Während beispielsweise beim Pool eine nicht in das angesagte Loch eingelochte Kugel als Foul gewertet wird, existieren beim Carambolage keine Taschen. Hier zählt etwa beim Dreiband eine nicht oft genug gegen die Bande gespielte Kugel als Foul.
  • Und beim Snooker ist eine nicht der Reihenfolge entsprechend eingelochte Kugel als Foul zu bewerten.

Falls du dir nicht sicher bist, was für deine Lieblingsspielart zutrifft, reicht in der Regel ein Blick in die offiziellen Turnierspielregeln aus, um für Klarheit zu sorgen. Alle anderen Foultypen darfst du dann ganz entspannt ausblenden.


Was bedeuten die Tischmarkierungen auf der Spielfläche?

Ähnlich wie bei den Fouls gelten auch bei den Tischmarkierungen unterschiedliche Billardregeln für verschiedene Spielvarianten.

So markiert man beispielsweise:

  • beim Pool unter anderem die Kopflinie, den Mittelpunkt und den Kopfpunkt,
  • beim Snooker die Baulk-Linie und das D oder
  • beim Carambolage in der Cadre-Variante die Cadres.

Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass dir die Tischmarkierungen eine bessere Orientierung innerhalb des Spiels bieten und dich bei der weiteren Planung deiner nächsten Züge unterstützen.